Bierkultur II

September 29, 2009

Bierkultur I: Madrilenen trinken keinen Wein

Cerveza fria, Cerveza fria (kaltes Bier)“, ruft der junge Mann und hält uns eine Bierdose entgegen. Es ist Donnerstag Abend, so gegen 24.00 Uhr und ich sitze mit ein paar Freunden auf der Plaza Augustin Lara. Um uns herum sitzen andere Gruppen junger Leute, insgesamt dürften wir so um die 50 sein.

Dazwischen streunen junge Männer – hier in Lavapies in der Regel [junge Pakistani] – hin und her, mit Plastiktüten oder Hackenporsches voller Bier und manchmal Antialkoholischem. Für einen Euro kann man so Nachts in vielen Teilen des Zentrums Getränke kaufen.

Beobachtet man die Kunden, zeigt sich, worauf Madrilenen bei ihrem Bier wert legen: Zum einen muss es Mahou, das lokale Bier, sein. Bei einem anderen Bier springt die Hälfte der Kunden ab.

Und noch mehr verweigern sich, wenn das Bier nicht richtig kalt ist. Hier beschwert man sich nicht darüber, dass ein Bier schal wird, sondern warm – caliente. Das ist hier die Todsünde, wenn man Bier serviert – auch wenn es einem deutschen Gaumen gar nicht auffallen mag.

Inzwischen habend die Verkäufer auf der Straße dies zu gut verinnerlicht, es schlägt in die andere Richtung aus: In der letzten Zeit habe ich mehrmals gefrorene Bierdosen erwischt. Das gefällt den Leuten dann auch wieder nicht, aber sie bemerken es erst nach dem Kauf.


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